Puerto Natales 28.01.2024

Am 28.01.24 legen wir nach unserer Antarctica-Reise planmässig in der Früh in Ushuaia an. Nach unserem, wohl für lange Zeit, letzten Frühstücksbuffet, verlassen wir unser Schiff. Wir treffen Horu unversehrt im Parking unserer Reiseagentur an. Dieses Wiedersehen ist immer auch mit Emotionen verbunden. Ein Nach-Hause-Kommen, aber auch unausgesprochene Fragen unter uns, wie: ist er noch da? Er ist noch da! Wir verbringen hier in Ushuaia noch einen Tag mit Waschen, Einkaufen und Abendessen mit Schweizer Reisefreunden, bevor wir uns auf unsere kontinentale Rückkehr machen. Zurück durch Feuerland, gehts weiter nach Puerto Natales.
Hier versuchen wir nochmals unser Glück, einen Platz auf der, seit Monaten ausgebuchten, Fähre nach Puerto Yungay zu ergattern. Sie verlässt den Hafen jeweils donnerstags. Bis dahin bleiben uns zwei Chancen: Am Montag werden die Kontingente Einheimischer, die bis dann nicht bestätigt haben, aufgehoben. Oder, um es noch spannender zu machen: Am Mittwochabend während der Verladung. Vielleicht bleiben am Schluss noch 6 Meter Platz übrig. Wir möchten einfach noch die verpasste Carretera Austral machen. Cross Fingers. Jetzt bleibt uns noch genügen Zeit für den Parque Nacional Torres del Paine.

Lago Grey 02.02.2024

Bei unserer Ankunft im chilenischen Patagonien, macht das Wetter noch mit und bereitet uns ‘sichtlich’ einen ersten Vorgeschmack auf die Cordillera del Paine. Der Wetterbericht verspricht uns aber noch einen Regentag, und er hält auch sein Versprechen ein!
Wir übernachten am südlichen Eingang des NP «Torres del Paine», wo wir uns auch über deren – geologisch eher neuzeitliche – Entstehungsgeschichte vor 13 Mio. Jahren schlau machen. Den darauf folgenden regnerischen Tag verbringen wir mit einer Wanderung am Lago Grey, welcher von drei Gletscherzungen des «Grey Gletschers» gespeist wird. Dadurch brechen auch immer wieder kleinere Eisberge ab, welche im See schwimmen gehen und die Anwesenheit eines Gletschers verraten (vor allem bei Schlechtwetter). Der Río Grey entspringt dem gleichnamigen See und trifft weiter südlich auf den Río Serrano. Der See widerspiegelt das heutige Wettergrau an seiner Oberfläche und macht seinem Namen alle Ehre. Wir glauben aber eher daran, dass er nicht nur wetterbedingt, sondern auch mit der Position des Betrachters seine Farbe wiedergibt. Seine Namensgebung ist sicher nicht aus einer Schlechtwetterlaune entstanden.

Salto Grande 02.02.2024

Auf unserer Weiterfahrt auf der Y-150 Richtung Norden, machen wir, dem Wetter zum Trotz, immer noch eine sonnige Mine und besuchen den Salto Grande. Eigentlich ja ein „must-do“ liegt er doch direkt am Wege zu unserer nächsten geplanten Übernachtungsstelle. Hier macht der Lago Nordenskjöld seinen Salto in den Lago Pehoe. Die Wasserfarben aus dem ursprünglichen Gletscherwasser der südlichen Eismassen Patagoniens strahlen, trotz fehlender Sonne, in allen Türkistönen. Dieser Wasserfall überzeugt selbst mich, aus Neuhausen am Rheinfall stammend.

Torres del Paine

Torres del Paine, als Bestandteil der Berggruppe der Cordillera del Paine, ist der bekannteste Nationalpark in Chile und unumstritten der Höhepunkt jeder Chilereise. Er liegt im südlichen Teil des Landes in Patagonien. Im Westen befindet sich der Grey-Gletscher und der Lago Grey, im südlichen Teil des Parkes liegt der Lago del Toro und im Osten dann der Lago Sarmiento de Gamboa. Der Nationalpark hat eine Fläche von 2‘420 km², welche geprägt ist von bis zu beinahe 3‘000 Meter hohen Bergen, Gletschern, Fjorden und grossen Seen. In der indigenen Sprache heisst Torres del Paine so viel wie „Türme des blauen Himmels“ – diesem Namen werden die drei Türme besonders bei sonnigem Wetter gerecht, welches wir auf den Tag genau getroffen haben!
Die filmreife Kulisse des achten Weltwunders lässt uns mit offenem Mund zurück. Wir geniessen 22 km und 1550 Höhenmeter unter unseren Füssen und damit einen prachtvollen, patagonischen Sommertag. Die umstrittenen Parkgebühren sind vergleichsweise moderat, konnten wir doch drei Nächte frei stehen und die überaus sauberen, sanitären Anlagen der Rangerstationen benützen. Fazit: günstiger als auf dem Camping! Vielen Dank dem engagierten und freundlichen Parkpersonal!